Da ich in dem im Bericht beschrieben Altersspektrum von 27 genau mittig liege (20-35), kann ich mich mit der Thematik mehr als indentifizieren und vielleicht ein wenig verstanden fühlen.
Dabei würde ich gern zuerst zwei Passagen des Spiegelberichtes zitieren:
[...] Die Generation findet die Welt so kompliziert, dass sie es vorzieht, nicht daran zu verzweifeln, die jungen Deutschen sind so individualisiert, dass der Blick aufs eigene Schicksal gerichtet bleibt: Die Welt mag untergehen, ich selbst komme irgendwie durch, und wenn nicht, dann war man eben selbst dran schuld und nicht das System. [...]
[...] Der Angehörige dieser Generation, da ist die Schwierigkeit, muss eigentlich in jeder Hinsicht perfekt sein. Selbstoptimierung nennt man das. [...]
Wenn ich Lebensläufe von Freunden und mir anschauen, dann treffen beide Aussagen vollkommen zu. Man stolpert von Abend- über Masterstudium weiter zur Volkshochschule, macht Praktika, Nebenjobs, reist durch Deutschland, treibt Sport und Networking, ist im Internet aktiv und dennoch finden nur wenige das, was unserer Elterngeneration zugeschrieben schien, Sicherheit.
Die aktuelle Krise geht dabei natürlich an unserer Generation nicht spurlos vorbei, im Gegenteil, viele Freunde haben gerade ihr Diplom / Master gemacht, ihre Ausbildung absolviert und müssen, wenn überhaupt, ihre wertvolle Zeit mit Nebenjobs und Praktika verschwenden um Ihr Auskommen zu garantieren. Und ich glaube fast jeder hat schon mit dem Gedanken gespielt, besser wieder daheim zu wohnen oder zu bleiben, um finanziell abgesichert zu sein.
Das dann an Universitäten 500€ je Semester vom Studenten, sprich über 80€ jeden Monat zusätzlich aufgebracht werden sollen, während man im Bachelor durch das Zeitraster fällt, besteht man eine Klausur nicht, gibt wenig Motiviation. Ähnlich wie von einer Reinigungskraft im Bundestag Motivation und Begeisterung verlangt wird, wenn Sie dort für unter 3€ / h sauber macht, während Politiker ihre Diäten um "magere (weil ja Diät)" zweistellige Prozente erhöhen.
Das die Krise Deutschland erst trifft, wird man nicht nur durch Bundesbankchef Axel Weber vernehmen können. Die Prognosen sind düster, Arbeitslosenzahlen von 5 Mio.und mehr in 2010, mind. 300 Mrd. € neue Schulden Staatsschulden in den nächsten 5 Jahren, 2013 erst die wirtschaftliche Überwindung der Krise.
Dann haben wir noch eine Kanzlerin, die die Rente in gleicher Höhe über alle Eventualitäten garantiert, trotz der demografischen Entwicklung, während die jetzige Generation aber selbst für ihre Rente aufkommen und die der derzeitgen Rentner stemmen soll?!
Stellt sich mir eine entscheidende Frage: Wie sollen wir das schaffen? Wir "pimpen" unsere Lebensläufe, um in Praktika und Zeitarbeitsfirmen für halbe Löhne zu arbeiten und unbezahlte Überstunden zu machen, damit wir nachher stolz sind auf einen nutzlosen Bachelor, weil die Generation Golf die vor uns kam lieber einen 20 Jahre älteren Diplomer einstellt, den man von der gleichen Uni noch kennt?
Es ist schade, da gerade unsere Generation in der Wendezeit groß wurde, den 11. September bereits verinnerlicht und sich selbst global angepasst hat, sich dabei nicht wie die 68er gegen ein System auflehnt, sondern einfach nur eine Familie gründen und sich in Sicherheit wägen möchte.
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